Material & Rohstoffe

Wie viel Bio steckt in unseren Produkten?

Wir reden auf unseren Seiten viel über Bio Geschirr, umweltfreundliche Verpackungen, Bioplastik, Naturprodukte und biobasierte Rohstoffe. Das klingt erst mal gut. Aber wahrscheinlich hast du dich an der einen oder anderen Stelle gefragt: "Was heißt das eigentlich genau?" Gibt es tatsächlich Biokunststoffe? Was ist eigentlich Bagasse? Und wieso ist Palmblattgeschirr ein Wegwerfartikel im wahrsten Sinne des Wortes? Klick einfach auf die einzelnen Rohstoffe im linken Navigationsmenü, um Antworten zu finden, die über die Definitionen im unserem Glossar hinausgehen.


Immer mit der Zukunft gehen: Innovative Produkte fördern und Neuheiten entdecken.

Natürlich kann auch im Bereich der Bio Verpackungen und Haushaltsprodukte noch viel verbessert werden. Umso wichtiger also, dass wir ständig auf der Suche nach innovativen Produkten sind. Mit der aktiven Recherche nach Neuheiten und deren Verbreitung können wir auch herstellende Firmen unterstützen, die sich der Weiterentwicklung nachhaltiger Produkte verschrieben haben. Wir bleiben für euch und unsere Umwelt am Ball. Wenn ihr etwas entdeckt oder Anregungen für unser Sortiment habt, lasst es uns wissen!

Bio und Plastik – Wie geht das denn?

Bioplastik scheint auf den ersten Blick eine Wortzusammensetzung zu sein, dessen Bestandteile sich gegenseitig ausschließen. Aber in der Tat werden Biokunststoffe wie PLA oder PSM aus Pflanzenbestandteilen gewonnen. Somit handelt es sich um natürliche, nachwachsende Ressourcen. Die aus ihnen gewonnenen Kunststoffe haben vergleichbare Eigenschaften wie herkömmliche Kunststoffe und sind vollständig biologisch abbaubar. Bei der Kompostierung bleiben bis auf die organischen Grundsubstanzen keine toxischen Reststoffe wie Chlor-Kohlenwasserstoffverbindungen oder anorganische Substanzen zurück.


Bessere Umweltbilanz

Die Produktion von PLA verursacht im Vergleich zu herkömmlichen Plastik (PET/PS) ca. 60% weniger CO2 Ausstoß. Gleichzeitig werden etwa 50% weniger nicht erneuerbare Energien verbraucht. Es gibt „cradle to cradle“- Untersuchungen für PLA, die die Vorteile im Hinblick auf den Treibhauseffekt und Ressourcenschonung belegen sowie positive Ergebnisse für die Gesamtumweltbilanz feststellen. (Quelle: https://www.natureworksllc.com/What-is-Ingeo/Why-it-Matters/Eco-Profile)


Kunststoff aus Maisstärke – Eine gute Idee?

Wir führen Artikel aus Biokunststoffen von Novamont und NatureWorks , deren Grundlage Maisstärke ist, die durch Fermentation weiterverarbeitet wird. Natürlich wissen wir um die Diskussionen, ob ein Lebens- und Futtermittel seinem Ursprungszweck entfremdet wird und mit ihm Bioplastik hergestellt werden sollte. In unseren Augen hilft eine Zahl dabei, sich ein eigenes Bild zu machen: Aktuell wird nur 0,05% der industriellen Stärkeproduktion für die Herstellung von biobasierten Kunststoffen verwendet. Entsprechend ist die dafür benötigte Anbaufläche vergleichsweise gering und die „Zweckentfremdung“ des Mais hat keinerlei Auswirkung auf die Preisbildung und Versorgungslage auf dem Lebensmittelmarkt. Trotzdem ist es erforderlich und großartig, dass die Forschung weiter am Ball ist und künftig auch andere Rohstoffe und Ressourcen aus landwirtschaftlichen Abfällen zur Stärkegewinnung genutzt werden können.


Wird Biokunststoff gentechnisch modifiziert?

Biokunststoff wird auf Basis von Stärke oder Zucker (Kohlenhydrate) hergestellt. Das sind rein chemische Moleküle, die frei von genetischen Informationen sind. Daher ist auch der Biokunststoff frei von genetischem Material.

Bei den für die Extraktion der Stärke / des Zuckers verwendeten Pflanzen handelt es sich aufgrund des Materialflusses zumeist um einen Mix aus genetisch veränderten und nicht gentechnisch angepassten Pflanzen.

Bagasse – Umweltfreundliches Nebenprodukt der Zuckerproduktion

Wenn aus Zuckerrohren der Saft gepresst wird, bleiben faserige Reste übrig: die Bagasse. Sie ist ein prima Brennmaterial, lässt sich aber auch hervorragend zu Pappe, Verpackungsmaterial und eben nachhaltigem Einweggeschirr verarbeiten. Zudem macht die Herstellung von Bagasseprodukten auch hinsichtlich der Ökobilanz einen guten Eindruck: Der Energieaufwand für die Weiterverarbeitung ist geringer als dies etwa bei Holzfasern der Fall ist.


Natürlich und nachhaltig

In unser Zuckerrohrgeschirr kommt nicht nur nichts außer Bagasse, Wasser und natürliche Bindemittel; die Zuckerrohrpflanze ist auch noch eine schnell wachsende Ressource. Und weil Bagasse ein Nebenprodukt ist, besteht bei ihrer Weiterverarbeitung keine Konkurrenz zur Zuckerproduktion. Aus 100 Tonnen Zuckerrohr entstehen ungefähr 34 Tonnen Bagasse und 10 Tonnen Zucker.


Die bessere Alternative

In Sachen Umweltverträglichkeit hat Bagassegeschirr die Nase weit vor herkömmlichem Wegwerfgeschirr. Es enthält keinerlei chemische Zusatzstoffe, kommt anders als Plastikteller und Plastikbecher ohne Weichmacher aus und benötigt keine zusätzliche Beschichtung. Seine natürliche Materialbeschaffenheit verhindert, dass Teller und Schalen vorzeitig durchweichen, wodurch auch stark fettige oder soßenhaltige Speisen auf deinem Teller eine gute Figur machen. Damit nicht genug: Hitze und Kälte stellen ebenfalls keine Herausforderung für unser Biogeschirr aus Bagasse dar. Das Mittagessen von gestern kannst du darauf ebenso in Ofen und Mikrowelle aufwärmen wie du die Rouladen von Mutti in ihm einfrieren kannst.

Bambus - schnell wachsende Ressource

Aus Bambusfasern lässt sich mit geringem Wasser- und Energieeinsatz Papier herstellen. Bambus wächst schnell und ist sehr zellstoffreich. Darum eignet er sich besonders zur Fertigung von Haushalts- und Hygienepapier, das weltweit in großen Mengen verbraucht wird.

Die Bambuspflanze gehört zur Familie der Gräser. Einmal gepflanzt, wächst sie und wächst und wächst. Die erste Ernte kann nach zwei bis drei Jahren erfolgen, danach kann, beziehungsweise sollte, das Gras alle drei bis vier Monate geschnitten werden um sein Wachstum positiv zu beeinflussen. Seine Wurzeln bilden über die Jahre eine Art unterirdisches Netzwerk, aus dem immer wieder neue Gräser sprießen. Wir haben es also mit einer sich selbst erneuernden Ressource zu tun. Zusätzlich schützt dieses Wurzelnetzwerk den Boden vor Erosion.

Bambus ist sehr genügsam: er gedeiht auf ausgelaugten Böden, benötigt wenig Wasser und kommt ohne Dünger sowie Pestizide aus. Und als wäre das alles noch nicht genug, kommt es noch besser: Bambusplantagen geben dem Erdreich Nährstoffe zurück und schaffen damit fruchtbare Böden. Da Bambus zudem etwa 35% mehr Sauerstoff produziert als Bäume und große Mengen Kohlendioxid absorbiert, kann der Anbau von Bambus als Nutzpflanze dem Klimawandel positiv entgegenwirken.


Weich, reißfest, umweltfreundlich und ohne Chemikalien

Hygienepapier aus Bambusfasern bietet den Vorteil, dass seine Herstellung wasser- und energiesparender ist als die Verarbeitung von Holz zu Papier bzw. sein Recycling. Während recyceltes Papier gereinigt und entfärbt werden muss, sind Bambusprodukte natürlicherweise frei von chemischen Rückständen aus Druckerzeugnissen. Nicht zu verachten ist auch die Tatsache, dass Toilettenpapier und Kosmetiktücher aus Bambusfasen wesentlich weicher sind als aus recyceltem Papier. Dabei bleiben die Artikel reißfest. Last but not least ist Bambuspapier biologisch abbaubar. Seine Fasern kompostieren innerhalb kurzer Zeit.


Hersteller unseres Vertrauens

Klar ist: Bambus ist eine tolle Pflanze, deren Anbau und Verwertung viele ökologische Vorteile bietet. Allerdings sind einige Arten auch eine Futterressource, nämlich für den bedrohten Pandabären. Darum ist es für dich wichtig zu wissen, dass „Caboo“, der Hersteller unserer Bambus Hygieneprodukte, eigens Plantagen angelegt hat, auf denen nur Bambussorten wachsen, die dem Pandabären nicht schmecken. Außerdem verfügt Caboo über ein gültiges FSC Zertifikat, wodurch ebenfalls sichergestellt ist, dass durch die Bewirtschaftung der Bambusplantagen keine Tierarten oder deren Lebensräume gefährdet werden.

Holz als Ressource

Auch wenn der Nachhaltigkeitsgedanke bereit seit vielen Jahren Einzug hält, so ist Veränderung in diesem Fall ein langwieriger Prozess. Die Punkte Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit spielen dabei eine große Rolle. Wir möchten euch Alternativen und auch eine gewisse Auswahl anbieten. Haushaltspapiere aus Bambus sind sinnvoll aufgrund des enorm hohen Bedarfs dieser Wegwerfartikel. Wenn du hier auf eine Variante aus einem schnell nachwachsenden Rohstoff umschwenkst, leistest du einen aktiven Beitrag gegen die Abholzung von Wäldern. Wo es möglich ist, bieten wir dir die Wahl zwischen Produkten aus unterschiedlichen Materialien, wie bei unseren Foodboxen und dem Einweggeschirr. Oftmals ist es jedoch so, dass die von uns angebotenen Artikel aus Karton eine besondere Funktionalität erfüllen, wie beispielsweise die Biopappbecher für heiße Getränke. Einwegbecher aus Bioplastik halten leider bislang keine Temperaturen aus, die höher als 40°C sind.


Nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder

Um der Abholzung wertvoller Lebensräume und einer langsam wachsenden Ressource entgegenzuwirken, ist der verantwortungsvolle Umgang mit Wäldern als Rohstofflieferant unerlässlich. Bei dem Einkauf unserer Ware suchen wir nach Herstellern, die diese Einstellung teilen und Holz aus Wäldern verarbeiten, die nachhaltig bewirtschaftet werden. Von offizieller, unabhängiger Seite bestätigt wird dies durch Zertifikate wie denen des FSC oder PEFC. In unseren Artikelbeschreibungen zeigt dir das Icon mit einem Bäumchen diese Zertifizierung an.


Und was ist mit Recycling?

Wo möglich, greifen wir für unser Sortiment auf Produkte aus recyceltem Papier zurück. Doch um „sauberes“ Recyclingpapier für den Kontakt mit Lebensmitteln herzustellen, müsste es vorab aufwendig sortiert oder diversen Tests unterzogen werden, um die erforderliche Reinheit sicherzustellen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass weder eine sorgfältige Sortierung noch der Recyclingprozess unerwünschte Reststoffe aus Druckfarben oder Klebstoffen aus dem Papierkreislauf fernhalten können. Aus diesem Grunde sind viele unserer Produkte, die in Kontakt mit deinem Essen kommen, mit frischen Papierfasern hergestellt. Lebensmittelverpackungen aus recyceltem Papier sind dann möglich, wenn die in ihnen aufbewahrten Nahrungsmittel durch eine zusätzliche Beschichtung geschützt sind.

Von der Palme weggeworfen

Großzügige Spenderin für unser Palmblattgeschirr ist die Arekapalme. Sie ist eine alte Kulturpflanze aus Südostasien. Anders als bei Ölpalmen besteht an den hühnereigroßen Früchten der Arekapalme kein großes Interesse abseits ihrer Heimat und für ihren Anbau werden keine Regenwälder gerodet.

Den Rohstoff für unsere Palmblattteller und Palmblattschalen legt uns die Palme direkt vor die Füße. Während ihres Wachstums verliert sie etwa vier bis sieben Mal im Jahr ihre Blätter, die bis zu 2 Meter lang werden. Aus der Blattscheide lässt sich hochwertiges Einweggeschirr machen, das aus Indiens Alltag nicht mehr wegzudenken ist.


Nichts als das pure Blatt

Während der Trockenzeit in Indien werden die Palmblätter eingesammelt und unterschiedlichen Qualitäten zugeordnet. Der größte Anteil an Blättern landet als Biodünger wieder auf Feldern oder wird verbrannt. Die besten Qualitäten werden genutzt, um das stabile Einweggeschirr zu produzieren. Dafür werden die Blätter gewaschen, gebündelt und getrocknet. Für die weitere Verarbeitung ist es wichtig, dass in ihnen ein gewisser Anteil an Restfeuchte verbleibt. Ihre gewünschte Form erhalten die Blätter durch hydraulische Pressen und Hitzeeinwirkung. Das das Palmblatt von sich aus über wasserabweisende Eigenschaften verfügt, kommen die Teller und Schalen ohne zusätzliche Beschichtung und chemische Zusatzstoffe aus. Auch wird die Palme während ihres Wachstums nicht mit Fungiziden oder Pestiziden behandelt.


Natürlicher Alleskönner

Die Beschaffenheit der Blätter macht das Palmblattgeschirr ebenso vielseitig einsetzbar wie das Einweggeschirr aus Bagasse. Es hält Fett und Soße stand, kann in Ofen und Mikrowelle wandern und sich in der Tiefkühltruhe tummeln. Wenn du magst, verzehrst du aus den Schalen nicht nur eine Suppe, sondern backst vielleicht auch mal einen Kuchen darin. Und das Beste: Leicht verschmutztes Palmblattgeschirr kannst du für den privaten Gebrauch sogar mehrfach benutzen. Wasche es einfach mit etwas warmem Wasser und Spülmittel ab.

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